Demokratie und Frieden sind keine Selbstläufer – sie brauchen UNS
Seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949 dürfen wir in unserem Land, seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 in ganz Deutschland, in Frieden und in einer freiheitlichen Demokratie leben. Unser Land erlebt in den seitherigen Jahren trotz vielen Krisen einen unglaublichen Aufschwung, wirtschaftlichen und politischen Erfolg. Dies war und ist vor allem den Menschen zu verdanken, die in all den Jahren unser Land aufgebaut und sich aktiv in unser Gemeinwesen eingebracht haben und dies bis heute tun.
In den letzten Jahren wurde und wird uns allerdings nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie, durch den schrecklichen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine mit all seinen Auswirkungen weltweit und durch zunehmende wirtschaftliche Probleme auch bei uns deutlich vor Augen geführt, dass Demokratie und Frieden keine Selbstläufer sind. Wir müssen uns wieder klar machen, dass wir uns Demokratie und Frieden verdienen müssen – jeden Tag und in unserem persönlichen Umfeld.
Unsere Demokratie lebt vor allem bei uns, in den Städten und Gemeinden unseres Landes – und sie ist so gut, wie wir alle sie gestalten. Wir müssen allerdings alle unseren Beitrag leisten für dringend erforderliche staatliche Reformen. Unser Staat ist erkennbar überlastet, und die weithin zu beobachtende Anspruchshaltung, ja die „Vollkaskomentalität“ vieler Menschen in unserem Land kann so nicht weitergehen. Der Staat kann unmöglich alles Wünschenswerte für uns leisten und immer mehr „Wohltaten verteilen“. Deutlich sichtbar wird dies in unseren personell und finanziell zunehmend überforderten Städten und Gemeinden. Dies führt zunehmend erkennbar zu einer Gefährdung unserer Demokratie und des inneren Friedens im Land.
Deshalb müssen wir wieder mehr Eigenverantwortung für uns und unser Land übernehmen, uns bei den Themen unseres Alltags bei der Daseinsvorsorge in unserem Land wieder stärker selbst engagieren. Wir müssen uns fragen, was wir für unser Land, für unsere Stadt, für unsere Gemeinde tun können. Die Frage, was andere, was der Staat für uns tun können bzw. kann, ist Gift für unsere Demokratie und für den Frieden. Demokratie und Frieden funktioniert nicht auf „Knopfdruck“, sondern ist die Einladung an uns alle, sich für unsere freiheitliche Gesellschaft aktiv einzubringen. Es ist die Einladung, unsere so wichtigen gesellschaftlichen Werte, z.B. Solidarität und Toleranz, gegenseitige Wertschätzung, Gerechtigkeit, Fleiß und Vertrauen tagtäglich zu leben.
In diesem Sinne müssen wir alle zusammenstehen und mehr Eigenverantwortung für unser Leben übernehmen, auch wenn dies unbequem sein wird und mitunter auch zu unangenehmen Einschnitten im täglichen Leben führen kann. Nur so kann unsere Demokratie auf Dauer erfolgreich sein, nur so haben wir eine belastbare Basis für den Frieden in unserem Land.
Landesvorsitzender Wolfgang Faißt
Bürgermeister a.D., Renningen






