OB-Barometer 2026 bestätigt die Forderungen der Freien Wähler
Kommunen stehen vor gewaltigen Herausforderungen
Das aktuelle OB-Barometer 2026 des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) bestätigt eindrucksvoll die Einschätzung der Freien Wähler Baden-Württemberg: Die Städte und Gemeinden stehen unter enormem Druck und benötigen dringend bessere finanzielle Rahmenbedingungen. „Finanznot und Wirtschaftssorgen dominieren kommunale Agenda“, so der OB-Barometer 2026.
Für 78 Prozent der Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister sind die Kommunalfinanzen inzwischen das mit Abstand wichtigste Handlungsfeld. Gleichzeitig sehen 85 Prozent der Befragten gerade hier den größten Unterstützungsbedarf durch Bund und Länder.
Der Landesvorsitzende des Freie Wähler Landesverbands Baden-Württemberg e.V. , Wolfgang Faißt, sieht sich durch die Ergebnisse bestätigt: „Die Kommunen sind das Fundament unseres Staates. Wenn Städte und Gemeinden finanziell an ihre Grenzen stoßen, gerät die Handlungsfähigkeit unseres Gemeinwesens insgesamt in Gefahr.“
Die Kernaussagen des OB-Barometers 2026 des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) lassen sich in sechs zentrale Botschaften zusammenfassen:
1. Kommunalfinanzen sind mit großem Abstand das wichtigste Thema
Die Finanzlage der Städte und Gemeinden hat sich weiter verschlechtert. 78 % der Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister nennen die Kommunalfinanzen als dringendstes aktuelles Handlungsfeld – so viele wie nie zuvor. Hauptursachen sind steigende Sozialausgaben, höhere Personalkosten und sinkende Steuereinnahmen.
2. Wirtschaft und Arbeitsplätze rücken stärker in den Fokus
Die schwache Konjunktur, Unternehmensverlagerungen und Arbeitsplatzverluste treffen die Kommunen zunehmend. Die Stärkung der Wirtschaft gehört inzwischen zu den drei wichtigsten Zukunftsaufgaben und gewinnt deutlich an Bedeutung.
3. Wohnungsbau bleibt eine Daueraufgabe
Bezahlbarer Wohnraum bleibt eines der größten kommunalen Themen. Die Stadtspitzen sehen weiterhin erheblichen Handlungsbedarf beim Wohnungsbau und bei der Stadtentwicklung.
4. Sozialausgaben und Digitalisierung belasten die Haushalte
Die Ausgaben für Jugendhilfe, Eingliederungshilfe, Pflege und Unterkunft steigen kontinuierlich. Gleichzeitig sehen 85 % der Oberbürgermeister einen hohen Investitionsbedarf bei der Digitalisierung ihrer Verwaltungen.
5. Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt geraten unter Druck
84 % der Stadtspitzen bewerten Demokratieskepsis und Rechtspopulismus als große Herausforderung. Gleichzeitig verliert die Unterbringung von Geflüchteten im Vergleich zu den Vorjahren deutlich an Dringlichkeit.
6. Bund und Länder müssen die Kommunen stärker unterstützen
85 % der Oberbürgermeister fordern bessere finanzielle Rahmenbedingungen. An erster Stelle stehen eine bessere Finanzausstattung der Kommunen, gefolgt von Unterstützung in der Wirtschafts-, Wohnungs-, Sozial- und Digitalisierungspolitik.
Fazit
Das OB-Barometer 2026 zeichnet ein eindeutiges Bild: Die größte Herausforderung für die Kommunen ist nicht der Mangel an Aufgaben, sondern der Mangel an finanziellen und personellen Ressourcen. Ohne eine grundlegende Verbesserung der kommunalen Finanzausstattung sehen die Stadtspitzen die Handlungsfähigkeit der Städte und Gemeinden zunehmend gefährdet.
„Die Herausforderungen sind bekannt. Jetzt müssen Bund und Länder handeln. Wer starke Kommunen will, muss ihnen endlich die Mittel und Freiräume geben, die sie für ihre Arbeit benötigen“, so Landesvorsitzender Wolfgang Faißt abschließend.
OB-Barometer: https://difu.de/ob-barometer





