Auf der 62. Jahreshauptversammlung hatte der Landesvorstand der Ministerin das Thema „Herausforderungen für das Bildungsland Baden-Württemberg“ gegeben. Baden-Württemberg – das Bildungsland – noch Spitze im Süden – auf diese Frage ging die Ministerin direkt und offen ein. So lägen einige der Gründe, weshalb viele Schülerinnen und Schüler bei Prüfungen so schlecht abschneiden würden u.a. in den enormen gesellschaftlichen Veränderungen. Die Heterogenität der Schüler trete immer deutlicher zu Tage. So fände man in der ersten Klasse Schüler, die bereits lesen können und solche, die nicht einmal einen Stift korrekt in den Händen halten könnten. Folgende Ansätze (nur ein Auszug!) gab die Ministerin in ihrer mit viel Applaus bedachten Rede den rund 200 Gästen und Delegierten als Lösungsansätze mit:

  1. Wir brauchen schon mehr Qualität in den Kitas. Der Übergang von der Kita in die Schule wurde zu lange vernachlässigt.
  2. Wir brauchen mehr Elternverantwortung und Elterninitiative, insbesondere für das Erlernen der Sprache. Das ist in erster Linie Aufgabe der Eltern.
  3. Wir sollten eine Vorlesepflicht einführen: Vorlesen hilft bei der Sprache  und beim Verständnis von Texten.
  4. Wir müssen den Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule besser und qualitätsvoller gestalten.
  5. Wir müssen die Leseförderung weiter ausbauen.
  6. Bei aller individuellen Förderung von benachteiligten Kindern dürfen wir die nicht vergessen, die besonders leistungsfähig und leistungswillig sind. Für sie brauchen wir Angebote.
  7. Wir brauchen wieder den Mut, jedes Kind auf die richtige Schule zu schicken. Nicht alle werden mit Abitur und Hochschulstudium glücklich und zufrieden.
  8. Wir müssen auf unsere Sprache besser achten: Wieso geht es „rauf“ auf das Gymnasium aber „runter“ auf die Realschule! Die Schularten sind parallel und stehen nebeneinander.
  9. Wir müssen mehr Mittel in die Digitalisierung investieren aber nicht nach dem Motto: „Ersetze Buch durch Laptop“ – das macht noch keine Pädagogik.
  10. Wir müssen wieder mehr Wert auf die Basics im Bildungswesen legen, die da lauten: lesen, schreiben, rechnen, zuhören und diskutieren.

Im Anschluss stand Frau Ministerin Dr. Susanne Eisenmann noch für Fragen zur Verfügung und besichtigte mit der Schulleitung, Herrn Stockert sowie Landrat Dr. Neth und Bürgermeister Köhler das gesamte Schulzentrum. Für Ihre engagierte Rede erhielt die Ministerin langanhaltenden Beifall!


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