„Immer mehr Gemeinderäte und engagierte Bürgerinnen und Bürger kommen auf uns zu, um geeignete Bewerberinnen und Bewerber für das Bürgermeisteramt zu finden“, teilte  Landesvorsitzender Wolfgang Faißt anlässlich seines Besuches beim Bildungswerk für Kommunalpolitik Baden-Württemberg mit. „Leider ist es aber so, dass die freien und neu zu besetzenden Stellen die interessierten Kandidatinnen und Kandidaten bei weiterem übersteigen – und das hat gute Gründe“, so Faißt weiter. Auf der anderen Seite begrüßte er es sehr, dass das Bildungswerk für Kommunalpolitik ein neues Seminarangebot entwickelt hat, um dem Kreis der Interessierten eine qualifizierte Hilfestellung zu bieten, damit die Lust auf das Spitzenamt in der Kommunalpolitik auch Lust bleibt und nicht zu „Last“ abgestempelt wird. Er forderte dazu auf, die Interessierten nach besten Kräften zu unterstützen. Der Landesverband werde in seinem Umfeld ebenfalls die Bemühungen zur Erhöhung der Bewerberzahlen verstärken. In diesem Zusammenhang zählt der Landesvorsitzende gleich mehrere Vorteile auf, die dieses Amt mit sich bringt:

  1. Als Vorsitzender des Gemeinderates und Leiter der Verwaltung hat keine Person mehr Gestaltungsspielraum in einer Gemeinde, als der Bürgermeister/die Bürgermeisterin.
  2. Diese Gestaltungsspielräume gilt es mit den Amtsleitern in der Verwaltung zum Wohl der Bürgerschaft sinnstiftend und innovativ zu gestalten.
  3. Zukunftaufgaben anpacken, Probelmstellungen in der Kommune lösen, das Miteinander in den Vereinen zu fördern, seien gewinnbringende und bereichernde Aufgaben, so Wolfgang Faißt. Als langjährigen Bürgermeister der Stadt Renningen mit rund 19.000 Einwohnern weiß er, wovon er spricht.

Auf der anderen Seite kennt er auch die Schattenseiten des Berufes, die es natürlich zu minieren gilt. Hier nennt er zuerst die Hürde des Wahlkampfes. „Mit 1,00 – 2,00 Euro pro Einwohner müssen die Kandidatinnen und Kandidaten schon rechnen, wenn sie einen möglichst ansprechenden Wahlkampf führen möchten. Und nicht jeder ist bereit, rund 20.000 Euro auszugeben, um dann der zweite Sieger zu sein“, so Landesvorsitzender Faißt weiter. Eine öffentliche Person zu sein, auch Anfeindungen ertragen zu müssen und kaum Freizeit zu haben, sind weitere Gründe, die zu der aktuellen Bewerberflaute in diesem Wahlamt beitragen. „Auch die Zahl der Juxbewerber habe dem Ansehen des Amtes und seines vorausgehenden Wahlkampfes geschadet“, so Faißt weiter. Dennoch bleibt er an dem Thema dran und trägt es leidenschaftlich in die Spitzen der Landespolitik hinein. Übrigens in gutem Schulterschluss mit dem Präsidenten des Gemeindetages Baden-Württemberg, Steffen Jäger. Über die anstehenden Änderungen, die im grün-schwarzen Koalitionsvertrag vorgesehen sind, haben wir bereits berichtet.

* natürlich sind auch Kandidatinnen ansprochen. Der besseren Lesbarkeit haben wir diese Form gewählt. Unser Foto zeigt Landesvorsitzender BM Wolfgang Faißt beim Vorstand des Bildungswerkes für Kommunalpolitik BW (von rechts nach links: BM Wolfgang Faißt, Vorsitzender Peter Aichinger, stv. Vorsitzende Mailin Frey und stv. Vorsitzender Guido Hils).